Rabenfeder

Bücher, Seifen und das wahre Leben

  • Home
  • California Frenzy
  • Die Rabenfeder
  • Spielmannsfluch

25

Dec

Über Silber und Felle

Posted by Rabenfeder  Published in Märkte, Kunden, Aliens

In den letzten Wochen habe ich die Weihnachtsmärkte hinter mich gebracht: zwei Tage die Woche Crêpestand auf dem Essener Mittelalterweihnachtsmarkt und dann zwei Tage Schmuckstand in Dortmund.

Außer Eiseskälte, sehr langweiligen Morgen, teil hektischen Abenden und sehr langen Schichten konnte ich auch ein paar neue Kundenfragen einsammeln. Viel Spaß.

Kunde: “Ist das Silber?”
Ich: “Ja, alles echt Sterlingsilber.”
Kunde: “Rostet das?”
Ich: “…”

Kunde: “Euer Silber ist aber seltsam angelaufen.”
Ich: “Das ist Bronze.”

Kunde: “Wenn man Bronze poliert, wird sie dann wie Silber?”
Ich: “Nein, dann wird sie wie polierte Bronze.”

Und mein Favorit:
Zur Erklärung: Neben dem Crêpestand haben wir eine Sitzecke mit Bierbänken und einem Tisch. Auf den Bänken liegen Schaffelle.
Kunde (Typ empörter Tierschützer): “Sind das Eisbärenfelle?”
Kollegin (wirft mir einen verwirrten Blick zu): “Klar, Eisbärenfelle.”
Kunde (mit einem Ausdruck im Gesicht, als wirft er uns gleich einen Molotovcocktail in den Stand): “Wo haben sie DIE denn her?”
Kollegin und ich sehen uns nun wirklich verblüfft an.
Ich: “Das sind natürlich Schaffelle.”
Kunde geht beleidigt.
Kunde 2: “Eisbärenfelle???”
Kunde 3 (trocken): “Nein, das sind Robbenbabys.”

1 comment

21

Sep

Bayern, Berlin und anderswo

Posted by Rabenfeder  Published in Leben und leben lassen, Märkte, Kunden, Aliens, Plots, Protas und andere Krankheiten

Tja, long time no see …

Vorletztes Wochenende war ich in Bayern auf dem “Festival Mediaval” in Selb. Man sollte meinen, dass ich genügend Mittelaltermärkte hätte, auf denen ich verkaufe, um nicht noch in meiner Freizeit mich damit abzugeben - aber tja, vielleicht bin ich ja süchtig. Schließlich wäre das ein ganzes Wochenende ohne Mittelaltermarkt gewesen - das geht ja nicht.
Es war ziemlich klasse. Coole Eindrücke gibt es hier: You Tube. Außerdem - und das war wirklich sehenswert - habe ich den “Kugelmagier” Kelvin Kalvus live gesehen (Auch zu sehen hier: Kelvin Kalvus). Nachdem letztes Jahr eine fünfjährige Tradition für Benomi und mich zu Ende gegangen ist - nämlich das St. Patrick’s Day Festival in Gladbeck, das jetzt einfach nicht mehr taugt - glaube ich, haben wir mehr als guten Ersatz dafür gefunden. Ich glaube, Selb sieht mich nächstes Jahr wieder, trotz abgerissenem Fußnagel und schlaflosen Nächten auf dem Zeltplatz und vergessenem Campingkocher.
Wenigstens weiß ich jetzt, wie man einen “Tourdion” tanzt …

Dann ging’s gleich weiter: nach Berlin, meinen Neffen und meine Nichte hüten. Oder zumindest morgens in die Kita bringen und nachmittags wieder abholen. Das ging viel reibungsloser, als ich gedacht hätte, und ich bin sogar noch dazu gekommen, an meinem Urban-Fantasy-Projekt weiter zu arbeiten. Es hat inzwischen sogar einen tauglichen Arbeitstitel: “Der Merlin-Effekt”.
Auf jeden Fall - nach mehreren Stunden schreiben und dann Kinder toben lassen war ich ganz schön platt abends. Ich glaube, zur Vollzeitmutter würde ich mich nicht eignen. Es lebe die Kita! Klasse sind sie dennoch, die beiden Kleinen. Besonders, wenn die Kleine mir weismachen will, dass Mama aber gesagt hat, der rechte Schuh komme an den linken Fuß …

Rollenspielen am Wochenende und dann heute wieder los: Bücherrummel in der Stadtbibliothek in Erkrath. Ich habe aus “Schmetterlingsschatten” gelesen - zwei Mal insgesamt.
Nachdem bei der ersten Lesung plötzlich drei Klassen auftauchten (zwei sechste und eine siebte, einmal quer durch die Bank von Hauptschule bis Gymnasium), hatte ich ja doch ein bisschen Bammel, aber es ist wirklich sehr gut gelaufen. Ein Loblied auf diese über 70 Schüler: sie waren interessiert, aufmerksam, sehr sehr aufgeweckt und überhaupt ein traumhaftes Publikum, dem ich am liebsten den ganzen Tag lang vorgelesen hätte. Na ja, vielleicht hätten sie sooo lange dann auch nicht zugehört. Jedenfalls gab’s eine Menge guter Rückmeldung zu “Schmetterlingsschatten”, und ich war positiv überrascht darüber, wie gut meine Geschichte beim Zielpublikum ankommt.
Die zweite Gruppe - zwei Hauptschulklassen - war doch deutlich unruhiger, wenn ich auch sagen muss, dass das Buch ja nicht wirklich für Jungs geschrieben wurde, und leider setzte sich die Gruppe zu drei Vierteln daraus zusammen. Interessanterweise waren auch die beim Vorlesen selbst mucksmäuschenstill und sehr aufmerksam - nur die Erzählpassagen zwischendrin waren wohl zu öde. Nun, dann weiß ich wenigstens, woran ich arbeiten muss. Aber auch hier: überwiegend positive Rückmeldung.

Ansonsten habe ich gelernt, dass Kinder heutzutage einfach was Anderes unter Rollenspielen verstehen als ich. Nach meinen Hobbys gefragt, nannte ich Rollenspiele, worauf sich folgende Unterhaltung entspann:
Schüler: “Cool, World of Warcraft.”
Ich: “Nein, keine Online-Rollenspiele, sondern…”
Schüler: “Gothic, oder was?”
Ich: “Nein, gar nicht am Computer. Pen & Paper.”
Schüler: (Denkpause, verwirrter Blick): “Kenn ich nicht.”
Ich: (hilflos): “Nun ja, mit mehreren Leuten zusammen, nicht am Rechner, sondern mit erzählen.”
Schüler: “Ah, mit Konsolen.”
Schüler 2: “Nee … so was wie Schach.”

War … putzig irgendwie.

1 comment

9

Jan

Seifenexperimente (2)

Posted by Rabenfeder  Published in Die etwas andere Küche, Leben und leben lassen, Märkte, Kunden, Aliens

So, nochmal ein bisschen rumprobiert, dann dachte ich, ich könnte mal hier meine fünf “Anfängerseifen” vorstellen. Hier sind sie:

Seifenkörbchen

Von links nach rechts: Caramel-Schoko-Sahne-Seife (sieht ein bisschen aus wie Halva, weil das Caramel-Parfümöl der Seife eine komische Konsistenz gibt), Lebkuchenseife, unbeduftete Kamille-Mandel-Babyseife, Lavendel-Honig-Seife (war mal Zitronenseife, hat ihren Duft dann so verloren, dass ich sie gestern eingeschmolzen, neu beduftet und eingefärbt habe, deswegen ebenfalls eine komische Konsistenz), Melisse-Anis-Lavendel-Seife (meine Erste, und mein letztes Stück). Die kleinen Formen in der Mitte sind nochmal Lebkuchen und Babyseife.

Tja, vom Profi bin ich noch weit entfernt, aber träumen darf ich ja wohl noch. Ich schätze, ich übe noch ein Jährchen sieden, dann kann ich vielleicht auch mal ans Verkaufen denken.

no comment

31

Dec

Seifenexperimente

Posted by Rabenfeder  Published in Die etwas andere Küche, Leben und leben lassen, Märkte, Kunden, Aliens

Seit ein paar Monaten experimentiere ich mit dem Sieden von Naturseifen. Um ehrlich zu sein spiele ich immer noch mit dem Gedanken an einen eigenen Marktstand mit Seifen. Nachdem mir drei Sorten auch ganz gut gelungen sind (Melisse-Anis-Lavendel-Seife; Lebkuchengewürz-Orangen-Seife und Zitronen-Melisse-Weihrauch-Seife), dachte ich, ich könnte mich an eine etwas komplexere Seife wagen: Honigseife mit Kakaobutter und Bienenwachs.

Tja.
Ich sag nur: alles wunderbar, bis ich das Honig-Duftöl dazu gab. Jetzt weiß ich, was folgende Warnung in meinem Seifenbuch bedeutet: “manche Duftöle können das Andicken der Seife extrem beschleunigen”. Auf einmal hatte ich statt puddingartiger Masse einen mürbteigähnlichen Block in meinem Becherglas. Irgendwie spachtelte ich das Zeug in meine neue Seifenform und dachte, das ginge vielleicht, wenn ich die Gelphase abwartete (eine Phase, in der die Seife noch mal heiß, flüssiger und durchsichtig wird - und auch erst richtig zur Seife). Gute Idee, in der Theorie. In der Praxis habe ich jetzt übergekochte Seife und eine geschmolzene Form. Brillant. Genau die Art, den Tag zu beginnen.

Aber ich schätze, ich habe etwas gelernt. Nämlich darauf zu vertrauen, dass Seife mit Honig drin WIRKLICH heiß wird, und dass ich sie TATSÄCHLICH besser nicht auf die Heizung stellen sollte. :/

no comment

12

Aug

Meer, Wind, Regen

Posted by Rabenfeder  Published in Leben und leben lassen, Märkte, Kunden, Aliens

Der letzte Mittelaltermarkt für dieses Jahr liegt hinter mir. Dieses Mal fand er im Fort Kugelbake in Cuxhaven statt.
Zunächst hatten wir ziemlich gemischte Gefühle, was diesen Markt anging. Angesagt war Regen und Sturm für das ganze Wochenende. Mit Besuchern haben wir nicht gerechnet, aber immerhin sagten wir uns, gibt es das Meer vor der Haustür.
Bekommen haben wir nur ein wenig Regen (den Großteil davon zum Auf- und Abbau, was natürlich besonders prickelnd ist), einen warmen, recht kundenreichen Samstag und windige Nächte. Nebenbei ließen sich die Kurtaxenkassierenden Frauen am Strand davon überzeugen, dass wir nur ein bisschen herumschlendern wollen und keine echten Badegäste sind, was es Benomi (der aus Spaß mit uns auf den Markt gekommen war) und mir ermöglichte, hinaus zur Kugelbake zu laufen und dort aufs Meer hinaus zu sehen.

Sicherlich waren wir in Tütenärmelkleid und Gugel, beziehungsweise Tunika, Gugel und Umhang die ungewöhnlichsten Strandgäste, aber das Meer hat mich für die seltsamen Blicke entschädigt, die wir eingesammelt haben. Es gibt einfach nichts, was mich so friedlich stimmt, wie das Meer. Besonders, wenn es sich um ein bisschen wilderes Meer handelt, ellenlange Sandstrände in der Sonne sind nicht ganz mein Ding. Aber wenn ich irgendwo sitzen kann, und den Wind in meinem Gesicht spüren und das Salz riechen, und die Wellen sehen, dann wird alles in mir ganz still und weit, und ich weiß nicht mehr, ob ich weinen möchte, oder lachen, oder schreien.

Eine Frau, die ich auf dem letzten Markt getroffen habe, erklärte mir, dass jeder Mensch einem oder mehreren Element/en besonders zugetan ist, sozusagen entspricht, und dass man das darüber heraus findet, an welchen Orten man sich einfach “richtig” fühlt, völlig entspannt, in sich ruhend, wie zu Hause in seinem eigenen Körper.
Dieses Gefühl kenne ich (fast) nur vom Meer oder anderen großen Wasserflächen. Mein Schlüsselerlebnis dazu war ein winziges Segelboot auf dem Bodensee, auf dem ich Stunden hätte sitzen und die Wellen ansehen können. Das kam schon einer Trance gleich, aber ich habe mich selten so vollständig gefühlt.
Mein Mann dagegen ist ein Bergmensch, eine Freundin von mir nur glücklich, wenn sie Kinderdrachen steigen lassen und so den Wind spüren kann.

Ich bin ein Skeptiker und eigentlich nicht esoterisch veranlagt, aber ich glaube doch irgendwie daran, dass jeder Mensch einen bestimmten “Ruheort” hat. Ich würde es auf jedem Fall jedem wünschen, diesen Ort kennen zu lernen.

1 comment

6

Aug

Markt - Nachlese

Posted by Rabenfeder  Published in Leben und leben lassen, Märkte, Kunden, Aliens

Ich stelle fest: auch ein auf vier Tage verkürzter sieben-Tage-Markt kann sehr anstrengend sein. Es war ziemlich heiß, und wir hatten kaum Schatten. Publikumsmäßig war leider auch nicht mehr los als an einem Wochenends-Markt…

Dafür hatten wir einen wunderbaren Abend am Lagerfeuer, ich habe nette neue Menschen kennengelernt - darunter eine Namensvetterin, die auch Schriftstellerin werden möchte, allerdings erst zwölf Jahre alt ist. Den besten Anfang dazu hat sie allerdings schon gemacht: sie liest viel.
Geschlafen habe ich dieses Mal unter freiem Himmel (nein, mich hat niemand aus dem Zelt geworfen, ich wollte das so). Es war ein bisschen seltsam, manchmal, wenn der Wind einem die Grashalme ins Gesicht blies, aber ansonsten sehr schön.

Und ich habe eine neue Favoriten Marktfrage:
Dazu die Erklärung: Wir verkaufen geprägte Lederarmbänder in diesem Stil: Lederarmband. Nun saß ich friedlich vor dem Display und beschäftigte mich mit Brettchenweben. Das ist eine alte Webtechnik, mittels derer man Borte herstellen kann, die sieht dann vielleicht so aus: Brettchenborte
Was ist also naheliegender, als mich zu fragen:

“Ach, und Sie stellen die Armbänder hinter Ihnen her?”
Hmmm - ja, auf magische Weise verwandelt sich meine Baumwolle in Leder …

no comment

28

Jul

Überraschungen, die man nicht braucht …

Posted by Rabenfeder  Published in Leben und leben lassen, Märkte, Kunden, Aliens

… sind zum Beispiel, dass der ohnehin lange Mittelaltermarkt (Mittwoch bis Sonntag) verlängert wurde (Mittwoch bis Dienstag). Nein, wir brauchen keine freien Tage. Wir doch nicht. Gerne stehen wir fünf Tage 11 Stunden und zwei Tage 13 Stunden am Stand.
Dann bauen wir ab, fahren heim und dürfen am Donnerstag schon wieder los auf den nächsten Markt.

Brillant.

Ich mag zwar Mittelaltermärkte, aber das ist dann doch ein bisschen viel.

no comment

Categories

  • Die etwas andere Küche
  • Leben und leben lassen
  • Lesefutter & Augenweiden
  • Märkte, Kunden, Aliens
  • Plots, Protas und andere Krankheiten
  • Sinn und Unsinn
  • Stöckchen
  • Textfetzen

Andere Blogs

  • BILDBlog
  • Frau Katz und die Belletristik
  • Frostnebelmond
  • Judge a Book by its Cover
  • Sabrina in Peru

Blogs zur Schriftstellerei

  • Coppelias Blog
  • Das schwarze Schaf
  • Die Chroniken der Elomaran
  • Horrorschau
  • Juliane Korelski
  • Manuel Charisius
  • Romy Wolf
  • Schattenwacht
  • Will Write For Chocolate
  • Winterdämmerung

Einiges zum Schreiben

  • Kurzgeschichten.de
  • Schmidt & Abrahams Literaturagentur
  • Tintenzirkel
  • Wurdack Verlag

Interessantes

  • Dattelschlepper
  • Dhalia’s Lane
  • Erdenstern
  • Flinkhand
  • Kammaeleon
  • Naturseife

Netter Unsinn

  • Green Smilies
  • Piled Higher And Deeper
  • Pro Fantasy
  • ScummBar

Seifenseiten

  • Cremetöpfchens Seifen
  • El Sapone
  • Rikes Mikrokosmos
  • Salomés Seifen
  • Teufelchens Seifen

Archives

Meta

  • Log in
  • Entries RSS
  • Comments RSS
  • WordPress.org

Pages

  • California Frenzy
  • Die Rabenfeder
  • Spielmannsfluch

Recent Entries

  • Auf die Schnelle
  • Offener Brief an Herrn Ulfkotte
  • Tag 20: Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
  • Tag 19: Ein Buch, das du schon immer lesen wolltest
  • Genug
  • Mal kein Stöckchen
  • Tag 18: Das Buch, mit dem schönsten Cover, das du besitzt
  • Tag 17: Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen
  • Tag 16: Das 9. Buch in deinem Regal v.r.
  • Tag 15: Das 4. Buch in deinem Regal v.l.
  • Random Selection of Posts

    • Logfiles
    • Laue Tage
    • “Hier passiert ja gar nichts”
    • Heyne-Finalisten
    • Tag 2: Das Buch, das du als nächstes liest/lesen willst
    • Unser Nachbar ist der Beste!
    • Tag 10: Ein Buch von deinem Lieblingsautoren/diener Lieblingsautorin
© 2008 Rabenfeder is proudly powered by WordPress
Theme designing by Mark Hoodia