Si-Yü hat einen meiner Charaktere aus dem “Ruf des Wolkenschrummlers” gezeichnet. Velves, den charmanten Banditen, der meinen Protas das Leben ganz schön schwer macht.
Und jetzt schwärme ich wieder für ihn. Hach.
Hier ist das Bild: Velves
Bücher, Seifen und das wahre Leben
3
Sep
Si-Yü hat einen meiner Charaktere aus dem “Ruf des Wolkenschrummlers” gezeichnet. Velves, den charmanten Banditen, der meinen Protas das Leben ganz schön schwer macht.
Und jetzt schwärme ich wieder für ihn. Hach.
Hier ist das Bild: Velves
13
Jul
Ich werde das Stöckchen erst einmal nicht weiterführen. Ich bin zu unbeständig und bekomme nicht mal das regelmäßige Posten auf die Reihe, außerdem ist es einfach nicht sooo relevant.
Dafür bekommt ihr jetzt ein Tidbit Heather Clarke. Meine Prota aus “Durch das Göttertor”.
Der Geruch nach feuchter Erde und jungem Gras mischte sich mit dem Duft frischer Blumen und dem schweren Parfüm der anwesenden Damen. Wolkenfetzen, die vor einem grauen Himmel dahinjagten, ließen die Gräber immer wieder aufglühen, als wären sie in Brand geraten, nur um gleich darauf wieder zu erlöschen. Irgendwo jenseits des Zaunes lachten Kinder. All das atmete Bewegung, ja Lebendigkeit aus, die für eine Beerdigung nicht unpassender hätte sein können. Aber das war in Ordnung. Heather kam sich selbst auch unpassend vor.
Sie beobachtete, wie ein Trauergast nach dem anderen an Adrians Grab trat, um einige Blumen und eine Schaufel voll Erde hinein zu werfen. Die meisten Gesichter waren ihr unbekannt und Heather wurde wieder einmal bewusst, wie wenig sie von Adrians Bekanntenkreis wusste.
„Mein Beileid.“ Heather drückte die dargebotene Hand mechanisch und nickte. Der Mann, der zu der Hand gehörte, sah ein wenig verwundert aus, als habe er eine andere Reaktion erwartet, doch glücklicherweise machte er gleich dem nächsten Gast und der nächsten Hand Platz, ohne Fragen zu stellen. Heather merkte sich sein Gesicht nicht. Und auch keines der folgenden.
„Herzliches Beileid.“
„Ein schrecklicher Verlust.“
„Ich fühle mit Ihnen.“
Heather fragte sich, ob das die Wahrheit war. Keiner von diesen Gästen war mit Adrian verheiratet gewesen, hatte mit ihm zusammengelebt, viele Jahre seines Lebens geteilt. Wie konnte irgendjemand glauben, dass er mit ihr fühlen konnte?
Einen Moment lang war sie versucht, genau das auszusprechen, doch dann musste sie feststellen, dass sie nicht mehr wusste, wer diese Worte zu ihr gesagt hatte. Ein paar der Trauergäste, die schon an ihr vorbeigezogen waren, standen nun herum und sahen Heather unsicher an.
Sie konnte sie gut verstehen. Vermutlich wurde etwas Anderes von ihr erwartet, als wie versteinert da zu stehen, das Grab anzustarren und die Hände um den Veilchenstrauß zu krampfen. Angemessen wäre es, jetzt auch nach vorne zu treten und ihren Abschied von Adrian zu nehmen. Außerdem musste sie das hier doch hinter sich bringen, damit sie alle endlich zum Leichenschmaus fahren konnten. Doch Heather fühlte sich nicht in der Lage, auch nur einen Finger zu rühren. Es war, als seien ihre Füße mit der Erde verwachsen, seit sie sich hierher gestellt hatte, um die Grabrede anzuhören.
„Auch mein herzliches Beileid, Mrs. Clarke.“ Dieses Mal kannte sie das Gesicht. Natürlich. Pastor Skene hatte Adrian und sie vor fast genau zehn Jahren getraut und seitdem hatten sie ihm jedem Sonntag in der Kirche zugehört. Ihm musste sie antworten.
„Vielen Dank.“ Es kam ihr so vor, als würde sie die Worte auswürgen. „Danke auch für die schöne Predigt.“ Im Grunde genommen wusste sie jetzt schon nicht mehr, was er gesagt hatte.
„Wenn ich irgend etwas für Sie tun kann, Mrs. Clarke. Auch in den nächsten Tagen … Sie wissen, ich bin für Sie da.“ Er hielt ihre Hand immer noch in seiner. Eine angenehme Wärme ging von ihm aus. Wahrscheinlich wollte er ihr wirklich helfen, aber Heather fühlte sich zu betäubt, um jetzt schon auf sein freundliches Angebot einzugehen. Jetzt, wo die Beerdigung vorbei war, blieb nur noch eine seltsame Lähmung zurück, die sogar von Heathers Gedanken Besitz ergriffen hatte.
Seltsam eigentlich, in der Zeit direkt nach Adrians Tod, als sie dieses Begräbnis vorbereitet hatte, war sie so aktiv gewesen. So viel gab es zu erledigen, zu bedenken, zu regeln, dass sie überhaupt nicht dazu gekommen war, über ihren Verlust nachzudenken. Sie hatte ein paar Tränen vergossen, als sie an Adrians Bett gesessen und seine Hand gehalten hatte, aber dann hatte sie all ihre Entschlusskraft zusammen genommen und damit begonnen, sich um alles zu kümmern.
Jetzt war das vorbei und Adrian immer noch tot.
Heather starrte das Grab an und versuchte, sich an den Gedanken zu gewöhnen. Am Rande ihres Bewusstseins nahm sie wahr, wie der Pastor sich leise entfernte, doch Heather blickte nicht auf. In ihrem Kopf drehten sich immer wieder die gleichen Gedanken umeinander. Adrian. Tot. Adrian würde nicht wieder kommen. Heather war jetzt eine Witwe.
Die Witwe Clarke. Heather testete den Klang dieser Wörter, indem sie sie lautlos mit den Lippen formte. Es war ein eigentümliches Gefühl, beinahe wie nach ihrer Hochzeit, als sie auf einmal Adrians Namen getragen hatte.
7
Jun
… wird es leider nicht geben.
Ich schreibe das für all die Leute, die durch Googlen nach “Fortsetzung Schmetterlingsschatten” auf meine Seite gekommen sind. Es tut mir sehr Leid, euch enttäuschen zu müssen. Natürlich freue ich mich, dass mein Buch euch so gut gefällt. Aber einer Fortsetzung stehen mehrere Dinge im Weg.
Zum Ersten … finde ich, dass die Geschichte ziemlich abgeschlossen ist. Ich glaube nicht, dass Elena sich noch einmal mit Tristan und seiner Clique einlassen wird, denn sie kommt sich - ehrlich gesagt - ziemlich betrogen vor. Ich glaube auch nicht, dass sie und Timo ein Paar werden. In meiner Vorstellung kommt sie vielleicht (!) mit Vanessas Freund (er heißt übrigens Lars) zusammen, wenn vielleicht auch nur für eine Zeit. Wahrscheinlich wird sie nach Wales fliegen, wie Laura das immer hatte machen wollen. Und wahrscheinlich wird sie Fotografin oder so etwas werden.
Mehr weiß ich auch nicht. Ehrlich.
Zum Zweiten: Die Arena-Thriller waren noch ziemlich neu, als ich “Schmetterlingsschatten” dort veröffentlicht habe. Da stand noch nicht so ganz fest, wie die Reihe denn so laufen sollte. Inzwischen hat die Reihe eine feste Besetzung von vier Autoren, zu denen ich leider nicht gehöre. Und selbst wenn dem so wäre, würde ich wahrscheinlich eine neue Geschichte mit neuen Charakteren schreiben.
Aber dieses hier zum Trost: Es kann gut sein, dass in der Zukunft noch andere Jugendthriller von mir herauskommen. Noch hat sich kein Verlag entschieden, aber es gibt eine schwache Hoffnung für ein Buch namens “Spielmannsfluch” (Eine Leseprobe gibt es hier) bei einem nicht ganz so großen Verlag und eine andere für einen Thriller, von dem ich jetzt nicht allzu viel verraten möchte. Ich hoffe mal, dass eines von denen in Zukunft den Weg in euer Regal findet.
Nicht aufhören zu lesen!
25
May
So, es gibt zwei Dinge, die ich hier zu Genüge habe: Autorenexemplare von “Schmetterlingsschatten” und handgesiedete Naturseifen.
Deswegen habe ich mich entschlossen, ein kleines Gewinnspiel zu veranstalten. Ich habe neulich im Netz (leider weiß ich nicht mehr wo …) ein hübsches Rätselspiel gesehen, das ich jetzt als Grundlage nehme.
Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Ich habe in mein Bücherregal gegriffen und zehn Bücher herausgeholt, die ich alle zu ihrer Zeit sehr geliebt habe oder immer noch liebe. Aus diesen Büchern poste ich hier jeweils den ersten Satz oder, wenn der nicht aussagekräftig genug ist, die ersten paar Sätze.
Wer eines der Bücher zu erkennen glaubt (manche sind sehr leicht, denke ich), postet seine Antwort - möglichst Autor & Buch - in den Kommentaren. Bitte nur eine der Fragen lösen, damit andere auch eine Chance haben. Mehrfachantworten von der gleichen Person werde ich ignorieren. Jedes richtige Kommentar gewinnt etwas. Die drei schnellsten und richtigen Kommentare bekommen ein Exemplar “Schmetterlingsschatten”, gerne auch signiert.
So sehen die Gewinne aus:
1. - 3. Platz: je ein (signiertes) Exemplar “Schmetterlingsschatten”*
4. - 7. Platz: Ein Stück handgesiedete Naturseife nach Wunsch (das klären wir dann bei Gewinn)
8. - 10. Platz: Je ein Döschen handgefertigter Lippenbalsam nach Wunsch (Apfel, Key Lime Pie, Chai Tee, Himbeere, Mixed Berries oder Honig)
*Wer schon ein Exemplar hat, und trotzdem mitspielen will, kann sich auch gerne einen anderen Preis aussuchen, dann bleibt das Buch für den Nächsten im Gewinnspiel
Und hier kommen die Zitate:
1. [...] Diese Inschrift stand auf der Glastür eines kleinen Ladens, aber so sah sie natürlich nur aus, wenn man vom Inneren des dämmrigen Raumes durch die Scheibe auf die Straße hinausblickte
Buch: “Die Unendliche Geschichte” von Michael Ende. Gelöst von Rika.
2. This is my favorite book in all the world, though I have never read it.
Buch: “The Princess Bride” von S. Morgenstern (edited by William Goldmann
). Gelöst von Silph.
3. Hochsommerliche Hitze lag über dem Wald von Barnesdale. Unter dem weitverzweigten Geäst der dichtbelaubten Eichen und Kastanien dämmerten tiefe, kühle Schatten, in denen die goldenen Kringel der Sonnenstrahlen flimmerten, die durch das Geflecht der Blätter drangen.
Buch: “Robin Hood” von Rosemary Sutcliff. Gelöst von Kirsten.
4. Miyax schob die Kapuze ihres Anoraks zurück, um nach der Sonne zu sehen.
Buch: “Julie von den Wölfen” von Jean Craighead George. Gelöst von Kiki.
5. From her arrival at the docks to the appearance of Roger’s letter, written on crisp Ministry paper and signed with his full name, on her maid’s silver tray at breakfast, three months had passed.
Buch: “The Glass Books of the Dream Eaters” von Gordon W. Dahlquist. Gelöst von Kabagi.
6. Die gelben Schlüsselblumen waren verblüht. Am Rande des Gehölzes, wo es sich weitete und gegen einen alten Zaun und einen dornigen Graben dahinter abfiel, zeigten sich nur noch ein paar verwelkende blaßgelbe Flecken zwischen dem Bingelkraut und den Eichenwurzeln.
Buch: “Watership Down” (zu deutsch: “Unten am Fluss”) von Richard Adams. Gelöst von Kati.
7. On the morning the last Lisbon daughter took her turn at suicide - it was Mary this time, and sleeping pills, like Therese - the two paramedics arrived at the house knowing exactly where the knife drawer was, and the gas oven, and the beam in the basement from which it was possible to tie a rope.
Buch: “The Virgin Suicides” von Jeffrey Eugenides. Gelöst von Phelix.
8. Das Einhorn lebte in einem Fliederwald, und es lebte ganz allein.
Buch: “Das letzte Einhorn” von Peter S. Beagle. Gelöst von emw.
9. Lyra and her daemon moved through the darkening hall, taking care to keep to one side, out of sight of the kitchen.
Buch: “The Golden Compass” von Philip Pullman. Gelöst von Lala.
10. “Mir reicht’s”, schrie James und knallte die Tür hinter sich zu.
“Was ist los?”, fragte Will.
“Zu viele Kinder in dieser Familie, das ist es. Einfach zu viele.”
Buch: “Wintersonnenwende” von Susan Cooper. Gelöst von EveButterfly.
21
May
Mag sein, dass ich von dem “Der Dunkle Turm”-Hörbuch beeinflusst bin. Oder von der neuentdeckten Liebe meines Mannes zu Country-Musik. Oder von meiner Jugendliebe zu Western und einsamen, tragischen Helden. Oder von meiner Rollenspielvergangenheit. Oder von allem.
Jedenfalls gibt es einen neuen Mann in meinem Leben. Er heißt Joneth, auch, wenn er diesen Namen nicht mehr besonders gerne hört. Joneth (vom hohen Stein - auch, wenn er nicht adelig ist) war nämlich ein Held. Zumindest glauben die meisten Menschen das über ihn, weil er in seiner Vergangenheit (auch mehr unfreiwillig, aber das ist jetzt nicht sooo wichtig) eine Reihe von kleineren Abenteuern bestanden hat, und dann sehr geschickt seine Beteiligung daran heraufgespielt hat - bis ihn jeder für einen strahlenden Helden hielt.
Dann jedoch starben seine früheren Gefährten auf eine mysteriöse Weise und Joneth glaubt/ahnt, dass seine Angeberei etwas damit zu tun hat. Er will sie rächen, weiß aber nicht, wer für ihren Tod verantwortlich ist. Dann verrennt er sich … und irgendwann gibt er schließlich auf. Statt dessen beschließt er, lieber sein Leben zu ändern.
Inzwischen zieht er als Geschichtenerzähler durch die Lande, nennt sich “der Storch” und will von seiner Söldnervergangenheit nichts mehr wissen. Er ist pazifistischer geworden, sein ursprüngliches Selbst aus der Zeit bevor er Söldner wurde, tritt langsam wieder zu Tage. Er ist auf der Suche nach seiner großen Liebe (der Gute ist bei all dem Hin und Her immer noch nicht dazu gekommen … *hust* … also sagen wir: Einhörner würden ihn mögen). Er möchte eine Familie gründen (mit der großen Liebe natürlich). Er will einfach nur seine Ruhe.
Bis der Spielmann ihm in die Quere kommt.
Der Spielmann, der erschreckend viel über seine Vergangenheit weiß und ihn partout wieder in ein Abenteuer ziehen möchte. Der Spielmann, der über latente magische Fähigkeiten verfügt … und sich mit der Zeit höchst seltsam zu benehmen beginnt. Der Spielmann, der höchst wahrscheinlich einen Geist oder sogar Dämonen channelt, mit dem Joneth sich früher schon einmal angelegt hat.
Wie man sieht … ich schreibe.
Ich plotte an meinem Titanicdingens, das geht auch gut voran, aber “Der Storch und der Spielmann” ist mein momentanes kleines Liebhaberprojekt. Ich habe lange nicht mehr einfach drauflosgeschrieben, und ganz einfach ist die Sache auch nicht, weil der gute Joneth gerne seine Melancholie in allen Einzelheiten auswalzen möchte und das wenig Raum für … na ja, spannende Szenen lässt. So sah ich mich gezwungen, Episoden aus Joneths Abenteurerleben als Tagebuchauszüge mit in den Text zu nehmen, bin mir aber nicht sooo sicher, ob der Wechsel zwischen Erster und Dritter Person als Erzählperspektive so sinnvoll ist.
Andererseits: Es ist nur zum Spaß. Wer will’s mir verbieten?
Und, weils so schön ist: Porträts.

Der Storch …

… und der Spielmann
27
Apr
Ja, mir ist bewusst, dass da ein Eisberg im Weg war. Und dass das Schiff zu schnell und das Ruder zu klein für schnelle Ausweichmanöver war. Und dass Eiswarnungen nicht vom Funkraum an die Brücke weitergegeben wurden. Und dass Kapitän Smith schon im Bett war …
All das hilft mir bei meinem aktuellen Problem nicht wirklich weiter. Diese Fakten sind alle schön und wahr und sagen mir ganz objektiv, warum das Schiff untergegangen ist. Allerdings arbeite ich - wenn ich einen Roman schreibe - nicht (nur) mit diesen objektiven Gründen. Wenn ich einen Historical-Fantasy Roman über die Titanic schreibe, dann muss ich nicht nur begründen, warum die Titanic unterging - nämlich wegen des Eisbergs - sondern auch, warum der Eisberg gerade da war. Sprich: Es muss einen innerhalb der Geschichte wichtigen und wenn möglich auch durch die Handlung hervorgerufenen Grund für das Sinken geben. Oder den Eisberg. Oder die Geschwindigkeit. Oder die Ignoranz der Crew. Ist es … ich wage es kaum zu sagen … Schicksal?
Mal ehrlich: wir wissen alle, dass das Schiff sinken wird, wenn ich über die Titanic schreibe. Also muss da noch etwas Anderes hinein spielen, etwas Frisches und Überraschendes, etwas Phantastisches. Deswegen drehe und wende ich den Plot in meinem Kopf hin und her und suche nach Ansatzpunkten für ein Ereignis, das in der Handlung fest verankert ist. Ein seltsames, für mich ungewöhnliches, Problem. Momentan glaube ich, dass die Titanic untergeht … weil Loki es möchte. Aber mehr wird nicht verraten. Kauft das Buch, wenn es denn mal veröffentlicht werden sollte!
…
Na gut. Einen kleinen Textfetzen. Als Appetithäppchen. Aber macht euch keine Hoffnungen, die Titanic kommt gar nicht vor. Und überarbeitet ist der Kram auch nicht. Also nicht zu sehr darauf rumhacken.
Hm … ich sollte vielleicht noch sagen, dass erwähnter Reynir ein Wikinger ist, allerdings ein moderner. Er lebt in einer Parallelwelt, die von den Wikingern entdeckt und bevölkert wurde. Finna und Jódis sind seine Nichten, Bjann sein bester Freund und guter Kollege.
Seine Mutter starrte weiterhin auf ihren Teller, schob das letzte Fleischstück hin und her und tat, als habe sie ihn nicht gehört, aber Finnas Kopf flog in die Höhe und die blauen Augen, die denen seiner Mutter so schrecklich ähnlich waren, richteten sich genau auf Reynir.
“Was sucht ihr denn dieses Mal, Onkel Rey?”, wollte das Mädchen wissen. Seine Wangen hatten sich gerötet, ob das an der Wärme im Zimmer lag oder an der Aufregung darüber, dass er wieder einmal Abenteuer zum Besten gab, wusste Reynir nicht. Bjann blickte nun auch auf und starrte ihm ins Gesicht. In seinem Blick wiederum lag etwas Warnendes. Reynir biss sich auf die Unterlippe. Sein Freund hatte ja recht, sie sollten nicht über ihre Unternehmungen sprechen und schon gar nicht vor Kindern oder alten Frauen oder sonst jemandem, der es in ganz Neu-Vik verbreiten würde.
Doch egal - dann machte er eben das Beste aus der Situation: er würde die Wahrheit sagen. Er beugte sich über die Tischplatte, lächelte verschwörerisch und zwinkerte Finna zu. “Wir werden die Götter suchen”, raunte er in seiner besten Erzählstimme. Finna machte zuerst große, runde Augen und Jódis’ Mund klappte auf. Doch dann fing Finna an zu kichern.
“Du spinnst”, meinte sie. “Ehrlich, was sucht ihr?”
Erleichtert ließ Reynir sich wieder zurücksinken und grinste. “Das war ehrlich”, sagte er in einem Tonfall, der jedem Zuhörer klar machen musste, dass er schwindelte. “Wir werden die Götter finden, und dann sperrren wir sie in einen großen Käfig und schleppen sie zurück nach Neu-Vik. Dort stellen wir dann die Käfige in einem Zoo aus, und ihr könnt hingehen und euch Odin ansehen, wenn ihr möchtet.” Und das, dachte er, ist so ziemlich das, was wir tun werden. Außer der Sache mit dem Zoo vielleicht. In Wirklichkeit werden wir sie irgendwo geheim einsperren. Und dann werden wir ja sehen.
30
Mar
Ich kann nicht zeichnen. Jedenfalls keine Menschen. Jedenfalls nicht so, dass sie sich voneinander unterscheiden. Dennoch ist es bisweilen notwendig, meine Charaktere vor Augen zu haben.
Nun … ich habe mir irgendwann Sims2 zugelegt. Weniger, um das zu spielen, mehr, weil es einen Charakterdesigner hat, für den man inzwischen alle möglichen Features herunterladen kann. Perfekt ist es nicht, um echte Menschen damit zu erschaffen, aber man kann sich zumindest einen Eindruck von seinen Protagonisten verschaffen. Also möchte ich euch heute meine zwei Lieblinge aus dem “Merlineffekt” vorstellen.
Erst einmal Jessie Boden, die eigentlich Jessica heißt, ihren Namen aber hasst. Sie ist Magierin, kann alles finden, was andere verloren haben, hat nicht viel Sinn für Mode und Konventionen, läuft in ihrer Freizeit gerne draußen herum und leidet darunter, zu klein zu sein. Das kann man leider mit dem Charakterdesigner nicht darstellen. Genauso müsste sie eigentlich etwas kurviger sein. Aber gut, es taugt trotzdem ein bisschen was.

Dann haben wir sie nochmal als Porträt. Man kann tatsächlich so was wie Gesichtszüge machen. Ich bin überrascht.

Nummer Zwei, der “Love Interest” des Buches ist Keiran Flynn. Er ist Australier, ebenfalls Magier, selbsternannter Rebell gegen alles und jeden und er hält sehr sehr viel von seiner Ausstrahlung. Außerdem ist er ein Süßer …

Und auch nochmal als Porträt:

Jetzt, wo ich die beiden kenne, muss ich gestehen, dass ich sie sehr ins Herz geschlossen habe. Komisch, was ein Bild so ausmacht.
25
Mar
Oh ja, ich liebe immer noch PhD-COmics, auch wenn ich die Uni längst hinter mir gelassen habe. Manches ist aber auch zu treffend - auch für den Schriftstelleralltag. Dieses hier zum Beispiel:
19
Feb
Dieses Jahr ist das große Jahr. Das Jahr des T12.
Nein, das ist nicht die umte Fortsetzung von Arnie “ich komme wieder” Terminator, das ist das große Schreibduell des Tintenzirkels. Am Anfang des Jahres habe ich mich verpflichtet, 310.000 Wörter im Verlauf dieses Jahres zu schreiben. (Woraus die krumme Zahl resultiert, bitte hier nachlesen). 55.858 habe ich bereits geschrieben. Noch läuft alles ganz gut und mein Selbstwertgefühl freut sich enorm über die grünen Bereiche in meinem Wörterzähldokument.
Aber womit die leeren Seiten füllen?
Nun, zu Anfang des Jahres habe ich endlich meine Personal Novel fertig geschrieben und abgeschickt. Bleibt zu hoffen, dass sie in den nächsten Wochen mal auf der Internetseite auftaucht, und das Publikum dort draußen dann ordentlich kauft.
Dann habe ich am Merlineffekt weiter geschrieben - eine längere Leseprobe wird von Seiten eines Verlages gewünscht. Leider weigert sich mein Desktop-PC momentan standhaft, seinen Dienst wieder aufzunehmen, und dort befindet sich die aktuellste Version der Geschichte. Ich bin ein komischer Mensch - ich kann nicht weiterschreiben, wenn ich den genauen Anknüpfungspunkt in meiner Story nicht mehr kenne.
Also habe ich mich - nicht ohne gewisse Befriedigung - auf “Zurück nach Karthago” gestürzt. Eine Namensänderung später heißt die Protagonistin Iunia und nun ist wirklich ordentlich Romantik potentiell im Plot verborgen. Gut, momentan stapfen Iunia und Tanais noch gemeinsam durch die Pontinischen Sümpfe, werden von Mücken aufgefressen und haben sich nicht allzu viel zu sagen, aber da wird sich ganz sicher was tun. Iunia träumt ja schon von dem durchaus charmanten Barbaren. Na gut, soll sie.
Die einzige Sorge, die sie mir bereitet, ist, dass sie sich gar nicht so recht so benimmt, wie ich sie mal geplottet habe. Sie ist eher bissig und direkt als still. Sie jammert über die Lauferei statt still zu leiden. Und momentan entwickelt sie eine absolut ungeplante und nicht sehr gesunde Tendenz, sich auszuhungern. Magersüchtige kleine Römerin. Ich meine, ja, sie hat Schlimmes erlebt, aber dass sie gleich so reagiert? Ich hätte sie für psychisch stabiler gehalten.
Tanais dagegen ist gewünscht unbekümmert, charmant und ein bisschen naiv. Aber insgesamt eben sehr knuffig (ähnlich dem Rotkehlchen, das gerade vor meinem Fenster sitzt. Ist das süüüüüüüß! *räusper* Zurück zum Thema.).
Was mir auch noch nie passiert ist: ich schreibe recht konsistent parallel an einem anderen Projekt. Eines, das nie veröffentlicht werden wird, das aber ungemein Spaß macht und einen alten Soldaten namens Kemp und seine psychopathische Tochter beinhaltet. Kemp ist ein typischer Charakter für mich. Liebenswert, verantwortungsbewusst, ein bisschen knurrig und irgendwie nicht besonders attraktiv. Ich muss aufpassen, dass er nicht zu Tuan aus “Ilkenland” mutiert … vielleicht sollte ich doch einmal ans Plotten denken, auch bei dem Buch, das ich nur zum Spaß schreibe.
Jetzt ist das Rotkehlchen weg. Ich glaube, das ist ein Zeichen, dass ich arbeiten sollte.
Ich bitte alle, die Sinnlosigkeit dieses Blogeintrags zu ignorieren und ihn als Statusbericht zu sehen.
Ach ja, ich habe den Arenawettbewerb nicht gewonnen. Bin aber nicht besonders enttäuscht. Es war einfach toll, dieses Buch zu schreiben.
21
Jan
Die mich kennen, wissen, dass Beagle einer meiner absoluten Favoriten ist, was Bücher und Geschichten angeht. Seit dem Vorwort zu “A Fine an Private Place” wusste ich auch, dass ich viele seiner Gedanken über das Schreiben teile - nur, dass er sie besser ausdrücken kann. Ich glaube, ich würde ihn auch menschlich mögen.
All dies führt mich nur zu einem: Diesem interessanten Interview