Tja, long time no see …
Vorletztes Wochenende war ich in Bayern auf dem “Festival Mediaval” in Selb. Man sollte meinen, dass ich genügend Mittelaltermärkte hätte, auf denen ich verkaufe, um nicht noch in meiner Freizeit mich damit abzugeben - aber tja, vielleicht bin ich ja süchtig. Schließlich wäre das ein ganzes Wochenende ohne Mittelaltermarkt gewesen - das geht ja nicht.
Es war ziemlich klasse. Coole Eindrücke gibt es hier: You Tube. Außerdem - und das war wirklich sehenswert - habe ich den “Kugelmagier” Kelvin Kalvus live gesehen (Auch zu sehen hier: Kelvin Kalvus). Nachdem letztes Jahr eine fünfjährige Tradition für Benomi und mich zu Ende gegangen ist - nämlich das St. Patrick’s Day Festival in Gladbeck, das jetzt einfach nicht mehr taugt - glaube ich, haben wir mehr als guten Ersatz dafür gefunden. Ich glaube, Selb sieht mich nächstes Jahr wieder, trotz abgerissenem Fußnagel und schlaflosen Nächten auf dem Zeltplatz und vergessenem Campingkocher.
Wenigstens weiß ich jetzt, wie man einen “Tourdion” tanzt …
Dann ging’s gleich weiter: nach Berlin, meinen Neffen und meine Nichte hüten. Oder zumindest morgens in die Kita bringen und nachmittags wieder abholen. Das ging viel reibungsloser, als ich gedacht hätte, und ich bin sogar noch dazu gekommen, an meinem Urban-Fantasy-Projekt weiter zu arbeiten. Es hat inzwischen sogar einen tauglichen Arbeitstitel: “Der Merlin-Effekt”.
Auf jeden Fall - nach mehreren Stunden schreiben und dann Kinder toben lassen war ich ganz schön platt abends. Ich glaube, zur Vollzeitmutter würde ich mich nicht eignen. Es lebe die Kita! Klasse sind sie dennoch, die beiden Kleinen. Besonders, wenn die Kleine mir weismachen will, dass Mama aber gesagt hat, der rechte Schuh komme an den linken Fuß …
Rollenspielen am Wochenende und dann heute wieder los: Bücherrummel in der Stadtbibliothek in Erkrath. Ich habe aus “Schmetterlingsschatten” gelesen - zwei Mal insgesamt.
Nachdem bei der ersten Lesung plötzlich drei Klassen auftauchten (zwei sechste und eine siebte, einmal quer durch die Bank von Hauptschule bis Gymnasium), hatte ich ja doch ein bisschen Bammel, aber es ist wirklich sehr gut gelaufen. Ein Loblied auf diese über 70 Schüler: sie waren interessiert, aufmerksam, sehr sehr aufgeweckt und überhaupt ein traumhaftes Publikum, dem ich am liebsten den ganzen Tag lang vorgelesen hätte. Na ja, vielleicht hätten sie sooo lange dann auch nicht zugehört. Jedenfalls gab’s eine Menge guter Rückmeldung zu “Schmetterlingsschatten”, und ich war positiv überrascht darüber, wie gut meine Geschichte beim Zielpublikum ankommt.
Die zweite Gruppe - zwei Hauptschulklassen - war doch deutlich unruhiger, wenn ich auch sagen muss, dass das Buch ja nicht wirklich für Jungs geschrieben wurde, und leider setzte sich die Gruppe zu drei Vierteln daraus zusammen. Interessanterweise waren auch die beim Vorlesen selbst mucksmäuschenstill und sehr aufmerksam - nur die Erzählpassagen zwischendrin waren wohl zu öde. Nun, dann weiß ich wenigstens, woran ich arbeiten muss. Aber auch hier: überwiegend positive Rückmeldung.
Ansonsten habe ich gelernt, dass Kinder heutzutage einfach was Anderes unter Rollenspielen verstehen als ich. Nach meinen Hobbys gefragt, nannte ich Rollenspiele, worauf sich folgende Unterhaltung entspann:
Schüler: “Cool, World of Warcraft.”
Ich: “Nein, keine Online-Rollenspiele, sondern…”
Schüler: “Gothic, oder was?”
Ich: “Nein, gar nicht am Computer. Pen & Paper.”
Schüler: (Denkpause, verwirrter Blick): “Kenn ich nicht.”
Ich: (hilflos): “Nun ja, mit mehreren Leuten zusammen, nicht am Rechner, sondern mit erzählen.”
Schüler: “Ah, mit Konsolen.”
Schüler 2: “Nee … so was wie Schach.”
War … putzig irgendwie.
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Ich denke mal … die sind noch nicht in dem Alter für P & P. *hoff*
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